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EVISZERATION

Eviszeration ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Inhalt des Auges (der Augapfel) entfernt wird, während die Sklera (der weiße Teil des Auges) intakt bleibt. Im Gegensatz zur Enukleation, bei der das gesamte Auge einschließlich der Sklera entfernt wird, umfasst die Eviszeration die Entfernung der Hornhaut, Linse, des Glaskörpers und der Netzhaut, während die äußere Augenhülle erhalten bleibt.

Dieses Verfahren wird in der Regel durchgeführt, um schwere Fälle von Augenverletzungen, Infektionen oder andere Erkrankungen zu behandeln, bei denen das Auge nicht gerettet werden kann, die Sklera jedoch gesund genug für eine prothetische Rekonstruktion ist.

Evisceration
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Indikationen für die Eviszeration

Eine Eviszeration kann in bestimmten Situationen empfohlen werden, darunter:

  1. Schwere Augenverletzungen: Bei Verletzungen des Auges, die erhebliche Schäden verursachen, kann eine Eviszeration erforderlich sein, um weitere Komplikationen wie Infektionen zu verhindern.
  2. Endstadium-Augenkrankheiten: Erkrankungen wie Glaukom oder infizierte Katarakte, die nicht behandelt oder kontrolliert werden können, können eine Eviszeration erforderlich machen.
  3. Unkontrollierbare Augeninfektionen: Infektionen wie Endophthalmitis (Infektion im Inneren des Auges) können eine Eviszeration notwendig machen, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern.
  4. Intraokulare Tumoren: Bösartige Tumoren im Inneren des Auges können eine Eviszeration erfordern, um die Krebszellen zu entfernen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  5. Chronische Schmerzen: In manchen Fällen kann eine Eviszeration empfohlen werden, wenn das Auge nicht mehr funktionsfähig ist und starke, chronische Schmerzen verursacht, die nicht gelindert werden können.
  6. Kosmetische Gründe: Wenn das Auge stark deformiert oder entstellt ist und nicht mit anderen chirurgischen Methoden korrigiert werden kann, kann eine Eviszeration durchgeführt werden, um das ästhetische Erscheinungsbild zu verbessern und die Platzierung einer künstlichen Augenprothese zu ermöglichen.

Verfahren

Die Eviszeration wird normalerweise unter örtlicher Betäubung durchgeführt, in bestimmten Fällen kann jedoch eine Vollnarkose erforderlich sein. Die Schritte des Verfahrens umfassen in der Regel:

  1. Inzision: Es wird ein kleiner Schnitt entlang der Bindehaut (der dünnen Membran, die das Innere des Augenlids und den weißen Teil des Auges bedeckt) gemacht.
  2. Entfernung des Augeninhalts: Die inneren Strukturen des Auges, einschließlich der Hornhaut, Linse, Glaskörper und Netzhaut, werden sorgfältig entfernt.
  3. Erhaltung der Sklera: Die Sklera bleibt intakt und die Inzision wird mit Nähten verschlossen. Falls erforderlich, kann ein Implantat innerhalb der Sklera platziert werden, um Struktur und Unterstützung für eine künstliche Augenprothese zu bieten.
  4. Anpassung der Augenprothese: Nach der Heilung des Auges, normalerweise innerhalb weniger Wochen, wird eine individuell angepasste Augenprothese eingesetzt, um ein natürliches Erscheinungsbild wiederherzustellen.

Erholung

  • Der Heilungsprozess nach einer Eviszeration kann je nach Person und Komplexität des Eingriffs variieren. Die meisten Patienten müssen sich mehrere Tage ausruhen und körperliche Anstrengung vermeiden.
  • Schmerzmanagement wird oft verordnet, um den Komfort während der Genesung sicherzustellen.
  • Nach der ersten Heilungsphase wird die Augenprothese angepasst, um das bestmögliche ästhetische Ergebnis zu gewährleisten. Die Prothese wird individuell gefertigt, um Form und Farbe des anderen Auges zu entsprechen.
  • Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um mögliche Komplikationen wie Infektionen oder Anpassungsbedarf der Augenprothese zu überwachen.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Wie bei jeder Operation gibt es auch bei der Eviszeration einige Risiken, darunter:

  1. Infektion: Besonders wenn das Auge vor dem Eingriff infiziert war, besteht ein Risiko für Infektionen.
  2. Blutungen: Obwohl selten, können während oder nach der Operation Blutungen auftreten.
  3. Schmerzen: Manche Patienten können Schmerzen oder Unbehagen verspüren, die jedoch normalerweise mit Medikamenten kontrollierbar sind.
  4. Fehlanpassung der Prothese: In einigen Fällen passt die Augenprothese nicht richtig und muss angepasst oder ersetzt werden.
  5. Psychologische Auswirkungen: Der Verlust eines Auges kann erhebliche emotionale und psychologische Auswirkungen haben. Unterstützung durch einen Berater oder Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein.

Vorteile der Eviszeration

  1. Schmerzlinderung: Hilft, chronische Schmerzen zu beseitigen.
  2. Infektionskontrolle: Entfernt Infektionsquellen und verhindert deren Ausbreitung.
  3. Ästhetische Verbesserung: Eine Augenprothese kann das äußere Erscheinungsbild wiederherstellen.
  4. Erhaltung der Orbitastruktur: Die äußere Augenstruktur und Muskeln bleiben erhalten.

Fazit

Die Eviszeration ist ein chirurgischer Eingriff, der das Leben von Menschen mit schwer geschädigten oder erkrankten Augen verbessern kann.

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